Wie alles begann

Die Gründungsversammlung

Am 12. November 1935 wurde auf einer Versammlung in Strucks Gasthof, zu der alle feuerwehrpflichtigen Personen, sowie die Haus- und Grundbesitzer der Gemeinden Schülldorf und Ohe geladen waren, unter der Bezeichnung "Freiwillige Feuerwehr Schülldorf - Ohe e. V." die Gründung durch den Beauftragten des Provinzialfeuerwehrverbandes, Herrn Branddirektor Henke, Kiel, nach Verlesung und Annahme der Satzungen vorgenommen.

Zum kommissarischen Brandmeister und -führer des Löschzuges 5 in Schülldorf wurde der Bauer Markus Struck vorgeschlagen, gewählt und durch den Herrn Landrat in Rendsburg ernannt und nach dem Besuch eines Lehrganges an der Provinzialfeuerwehrschule in Harrisleefeld bestätigt.

Bei der Gründung traten 35 aktive und 14 passive Mitglieder der Wehr bei. Wenn heute die Wehr mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug sowie einem Löschgruppenfahrzeug ausgerüstet ist, so stand den Männern damals nur eine Handdruckspritze zur Verfügung, die auch schon etliche Jahre benutzt worden war. Um das Wasser bis nach vorne an das Strahlrohr zu bekommen, musste unter größter Kraftanstrengung gepumpt werden. Wassermenge und Druckqualität waren mit den heutigen Leistungen gar nicht zu vergleichen.

Die Mannschaft musste nach einer halben Stunde abgelöst werden.

Der erste Einsatz

Als im Jahre 1939 die Wehr erstmals zu einem Einsatz gerufen wurde - das strohgedeckte Haus des Kätners Hermann Hoop wurde durch Blitzschlag in Brand gesetzt - zeigte sich dann auch, dass die Handdruckspritze den Anforderungen nicht mehr genügte. Zur Brandbekämpfung musste die Nachbarwehr Schacht-Audorf mit herangezogen werden, und hier sah man erst, was eine Motorspritze zu leisten imstande war.

Die erste Motorspritze

Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister und der Gemeindeverwaltung wurde die Anschaffung einer Motorspritze bewilligt. Der Vorstand ließ es sich nicht nehmen, sich vor dem Kauf mehrere Geräte im nahen und fernen Umkreis anzusehen. Endlich war es dann soweit. Am 8. April 1940 wurde durch die Firma Kraft, Rendsburg,die neue Tragkraftspritze mit Anhänger geliefert und nach eingehender Überprüfung durch Oberinspektor Henke, Flensburg, und Kreiswehrführer Hansen, Hohn, der Wehr übergeben.

Die neue Motorspritze brachte nun neue Aufgaben für die Wehr, Maschinisten mussten ausgebildet, neues Schlauchmaterial angeschafft und die Wehrmänner umgeschult werden. Die Wasserverhältnisse für den Ortsteil Schülldorf waren gut, für den Ortsteil Ohe wurde ein neuer Feuerlöschteich ausgehoben.

Während des Krieges

Der Mitgliederbestand schwand durch die Einberufung der jüngeren Kameraden zur Wehrmacht immer mehr.

Die älteren Kameraden hielten die Einsatzbereitschaft der Wehr aufrecht und mussten dann im Jahre 1942 und 1943 ihr Können unter Beweis stellen, als sie jeweils über mehrere Tage nach Kiel zum Einsatz abberufen wurden. Selbst hier mussten einige Kameraden, die gerade die Schule verlassen hatten, mit herangezogen werden. Jeder war froh, als endlich die Kriegs- und Nachkriegszeit vorüber war, und so rief Brandmeister M. Struck im Januar 1946 seine Männer wieder zusammen. Er rührte kräftig die Werbetrommel, und der Erfolg ließ auch nicht lange auf sich warten. Der aktive Mitgliederbestand stieg wieder an, und so konnte man im Jahre 1950 für den Ortsteil Ohe einen eigenen Löschzug aufstellen. Von der Wehr Haßmoor wurde eine TS 4 mit Anhänger erworben und dem neu gegründeten Löschzug zur Benutzung übergeben. Von der Wehr Schülldorf wurden zwei Längen B- und drei Längen C-Schläuche abgezweigt. Als Löschzugführer wurde Löschmeister Wilhelm Kröger eingesetzt.

Neuer Wehrführer

Nach einer 13jährigen Tätigkeit als Führer der Wehr Schülldorf legte Brandmeister Markus Struck im Jahre 1948 sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wurde der Schmiedemeister Carl Schirakow gewählt.

„Neue Besen kehren gut", wird immer gesagt, und so wurde dann unter dem neuen Wehrführer der allgemeine Dienstbetrieb etwas straffer gestaltet, zumal die Modernisierung und die Technisierung neue Wege in der Brandbekämpfung geschaffen hatten. Als die Beteiligung an den Dienstabenden dennoch zu wünschen übrig ließ, wurde kurzerhand die Strafe in Höhe von 3,00 DM für dreimal unentschuldigtes Fehlen eingeführt. Doch neben der Strafe wurde auch für dasjenige Zugfahrzeug, welches im Alarmfalle als erstes am Gerätebaus war, eine Prämie in Höhe von 20,00 DM ausgesetzt. Wenn bis dahin die Alarmierung noch mit Signalhörnern durchgeführt worden war, so zeigte sich bald, dass diese veraltet waren und für die Alarmierung nicht mehr ausreichten. So wurde im Jahre 1954 der Antrag auf eine gemeindeeigene Sirene gestellt, die dann auch im folgenden Jahr auf dem Gebäude der Meiereigenossenschaft installiert wurde.

Daneben konnte der Schlauchbestand bei den Löschgruppen allmählich immer mehr verbessert werden."

In der Amtszeit des Brandmeisters C. Schirakow zählte der am 19. 5. 1952 stattfindende Kreis-Feuerwehrtag, verbunden mit der Delegiertentagung, zu den Höhepunkten. Zum Empfang prangte das Dorf im Festschmuck. Überall hatte man Ehrenpforten mit bunten Schleifen und Willkommensgrüßen für die auswärtigen Wehren und Gäste aufgestellt.

„Schülldorp stunn ünner Water!"

Börgermeister harr sik meist in Brand lopen - Füerwehrfest weer okeh!
Man kenn dat Dörp meist gorni weer. Sünst huult man mit sößtig dörch de Kurv, letzt
Sündag leet sik dat awer ni so gau an. Man har veel to veel to kieken. Erstmol de grönen
Banner, de se öwerall öwer de Dörpstraat trocken harrn. Un denn de blauen Uniforms
vun de Füerwehrlüd. Uns Deerns harn blanke Oogen, se dachen meddags all an den
Danzböön, de bi Bur Struck - (wo soveelen den sülwen Naam hebt, ward numereert;
unsen het Nummer Een!) - op de Grotdeel opieggt worn is. Ganz modern, mit Loje vor de Muskanten (in de Box vun Peerstall) un Melkbar direk vun de Koh, Separatstuv för Junglüd un för ölierhaftige Vertreter, de leewer de Körten kloppt, äs den Ruch vun son seute Deern, mit den Rendsborger Ratskeller-Otto achter de Theke. Un natürli mit Grönschmuck un gode Stimmung.

Oberbrandmeister Kruse ut Haßmoor kennt sien Pappenheimers. He verteil bi de Tagung vun de schöne Kameradschaft, awer ok vun de grot'n Oogen, mit de se na de Bühne keeken harrn, äs dor vor de Muskanten mit eenmol schmucke Fruns ut Osterrönfeld mit Gesang de Gast begröten. „Lat ju man Tied, hüt abend künnt ju mit uns Wittfruns un Jungdeerns noch nog danzen!" har he meent. Un alles lach un freu sik öwer de Gastfründschaft, de se in Schülldörp funn harn. Bodderbrot und Kööm un Beer, alles vun de Burn, de Schlachters un de Meierie gratis stellt oder so billig, dat de Arfensupp bi Kröger Struck (ohne Nummer, wiel he sien ,,besonnere Kennteknung" hett) in de Riesengulaschkanon för fief Groschen utgeewen warn kunn. Wat Kameradschaft heet, dat wies man ok bi dat Kranzdalleggen an't Ehrenmal: „Wie könnt bloß wirken, wiel wi tohopen staht. Ut uns Kameradschaft kümmt uns Leistung för de Allgemeenheit. Wi künnt ok uns Urdeel doröwer afgeewen, wat uns Kameraden in Krieg leist' hebbt. Un wie ward se nie vergeeten, de nich wedder trüchkamen sind!" Dor het veel tohört, um alles in de Reeg to kriegen. Wat Börgermeister Hardt is, de het sik meist in Brand lopen. Hier fehl wat an de Straat, dor weer em die Hoffsted ni god nog oprümt. Meist um Meddernach wor he wies, dat de Tuun um uns Ehrenmol noch ünner de Scheer muß. Awer alles wat recht is, Schülldörp het sik sülm öwerdropen! Dor is woll noch in keen Gemeen so mit Begeisterung vor de Füerwehrgäst arbeid worn, äs hier in Schülldörp. ,,Dree grote Brände hebbt uns ophorchen laten. Dor wüssen wi hier in uns Amt un in Schülldörp, wat uns een gode Füerwehr wert is," meen Oberbrandmeister Kruse. Un de Amtmann Kühl, de noch Grötens vun Landrat Rohwer utrichten muß, wiel de plötzlich annerswo hin muß, kunn ok bloß hinwiesen op de gode Kameradschaft mang alle Inwahner, de sik in den feinen Empfang utdrückt har. Veertig Mann sünd aktiv un passiv bi de Wehr, un wenn dat brennt, äs mol in't Emkendörper Holt, denn is man mit Karacho dor, um to helpen.

Recht lebhaft wor dat bi de Sitzung, äs de Ort för dat tokamen Kreisfüerwehrfest bestimmt warn schull. De Zettels leegen mit je söbentig op de Sied vun Norddörp un Rendsborg. Meister Tarnow ut de Kreisstadt wor jedesmol witt um de Nees, wenn dat Barometer na Norddörp wies, un äs de Entscheidung ut den Hoot grabbelt wor, mak he de Oogen to. Awer dat Glück weer gegen Norddörp un för Rendsborg, trotzdem de Stadt sülm ni veel dorto daan har. Den Utschlag har sach geewen, dat Meister Tarnow in sien Werbered verteil, se kunn unbesorgt na Rendsborg kamen, vun Sünnabend meddag bet Mondag morgen weer dat Finanzamt to!"

Nu ist dat Fest all weer vörbi. Soveel Lud äs op den Festplatz bi de Vörföhrungen, sünd hier noch ni op'n Dutt ween. De Sünn schien, de Beerhahn leep, dat Water wor mit Schnelligkeit pump bi de Oebung, äs wull man Schülldörp unner Watter setten . . . Man ward noch lang dorvun vertelln, vun dat Fest. In Schülldörp sülm, awer ok öwerall in unsen Kreis!"

Amtsniederlegung 1956

Im Jahre 1956 legte Brandmeister Schirakow sein Amt als Führer der Wehr Schülldorf-Ohe nieder. Während seiner 8 jährigen Amtszeit musste die Wehr zu drei kleinen Bränden und zu einem Großbrand im Jahre 1952 (Bauer Carl Hagge) ausrücken. Zum neuen Wehrführer wurde Heinz-Jürgen Hardt für die Wehr Schülldorf gewählt. Zur gleichen Zeit löste sich die Löschgruppe Ohe von der Wehr und erklärte ihre Selbständigkeit. Zu ihrem Führer wurde Löschmeister Heinrich Stroh ernannt. Wenn wir nun auch zwei Wehren in der Gemeinde hatten, so änderte es nichts an der Tatsache, dass beide voneinander abhängig waren und sich stets ergänzen mussten. Dies sollte sich schon bald zeigen, als auf dem Hof des Bauern Claus Höhling im September 1957 ein Großfeuer ausbrach. Es mussten hier sogar Nachbarwehren angefordert werden, um die große Entfernung zur Wasserstelle überbrücken zu können. Die Technik machte weitere Fortschritte, und die Anforderungen an das Feuerlöschwesen wurden größer, Entfernungen mussten schneller überbrückt werden. So wurde denn im Jahre 1965 dem Antrag auf Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges seitens der Gemeindeverwaltung stattgegeben. Im Mai konnte es der Wehr zur Benutzung übergeben werden.Bei mehreren kleinen Einsätzen, einem Großbrand (Gehöft Claus Siebken) sowie mehreren Einsätzen in Nachbargemeinden hat sich das Fahrzeug bewährt. Die im Jahre 1940 angeschaffte l. Motorspritze musste nach einer 32jährigen Dienstbereitschaft durch eine neue und technisch verbesserte ersetzt werden. Mit dem Erreichen der Altersgrenze von Brandmeister Heinrich Stroh und dem Austritt einiger Mitglieder wurde die Wehr Ohe im Jahre 1973 aufgelöst und der örtlichen Wehr wieder angegliedert. Zur Zeit kann die Wehr Schülldorf einen Bestand von 31 aktiven Wehrangehörigen aufweisen. Doch neben der Ausbildung, dem Übungsdienst und den Einsätzen wurde immer wieder auf den Kameradschaftsabenden und darüber hinaus auf den alljährlich wiederkehrenden Amtsfeuerwehrtagen, wo das Können, die Geschicklichkeit und Einsatzbereitschaft stets aufs neue unter Beweis gestellt wurde, die Kameradschaft innerhalb der Wehr und zu den Nachbarwehren gepflegt.Wenn hier auch nur die Wehrführer, in deren Händen die Leitung und das Wohlergehen der Wehr lagen, angesprochen wurden, so geschieht das nur stellvertretend all derer, die durch ihren jahrelangen, selbstlosen Einsatz und ihre Treue zur Wehr, zum Gelingen und zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft beigetragen haben; denn wie heißt es doch so schön: Einer allein ist nichts - erst in der Gemeinschaft zeigt sich die Stärke!" Das erste gemeindeeigene Feuerwehr-Gerätebaus (Sprüttenhus) hatte seinen Standort auf dem Dreieck zwischen Süd-Dor, alter B 202 gegenüber dem Kaufmann Stuhr, dort, wo sich jetzt die Litfasssäule befindet. Handdruckpumpe, handgezogener Schlauchwagen, Leitern für Steiger, Feuerpatschen, aus Leder gefertigte Eimer, und Schlauchmaterial waren hier einsatzfertig untergebracht. Dieses Haus, inzwischen alt, baufällig und zu klein geworden, wurde 1924 durch einen Neubau auf dem Grundstück der Witwe Siebken, das die Gemeinde für 2 DM pro Quadratmeter erworben hatte, ersetzt. Im März des folgenden Jahres konnten Spritze und Geräte in das neue ,,Spritzenhaus" gebracht werden. Über ein halbes Jahrhundert dient es auch heute noch dem gleichen Zweck, und doch hat es sich herausgestellt, dass es inzwischen wiederum zu klein ist und auch nicht mehr den z. Z. vorgeschriebenen Sicherheitsbestimmungen entspricht.

Neues Gerätehaus

Die Freiwillige Feuerwehr richtete Anfang des Jahres 1979 einen Antrag an die Gemeinde auf Bau eines neuen Gerätehauses, der auf der Gemeinderatssitzung am 13. 2. 1979 beraten wurde. Der Bauausschuss wurde beauftragt, mit dem Architekten Hansen, unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorschriften, einen Plan für dieses Projekt zu erarbeiten.

In der Sitzung vom 25. 3. 1980 unterbreitete der Bürgermeister den Gemeindevertretern diesen Übersichtsplan und den Kostenvoranschlag, für den nach den bestehenden Richtlinien mit einem Zuschuss in Höhe von 30 Prozent zu rechnen sei. Die Ratsmitglieder erteilten diesem Vorhaben geschlossen ihre Zustimmung.

Nach Erledigung aller Formalitäten ließ der Baubeginn nicht lange auf sich warten. Planung und Bauleitung lagen in den Händen der Architekten Krambeck und Hansen, und die Bauausführung übertrug man der Firma Volquardsen, Schacht-Audorf, die am 21. April 1981 mit den Arbeiten begann. Gründung und Herrichtung der Fundamente übernahmen die Männer der Wehr in Eigenleistung.

Das neue Feuerwehrgerätehaus in der Größenordnung II, d. h. 5,5x12 m, umfasst rund 400 m' Raum und besteht aus Garage, Gerätewerkstatt und Abstellraum. Es ist ein Mauerwerksbau und fügt sich als Anbau und in der Gestaltung gut an das Jugendheim an. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 130 000 DM.

Bei strahlendem Sonnenschein konnte der Bau eine Woche vor dem Amtsfeuerwehrfest, das diesmal von der Schülldorfer Wehr am 23. Mai 1981 ausgerichtet wurde, feierlich gerichtet werden. Ehrenpforten hießen am Festtage die auswärtigen Wehren und Gäste willkommen, und die bunten Bänder der Richtkronen grüßten vom Gebälk auf dem Festplatz alle "Blauröcke" und Dorfbewohner zu diesem kameradschaftlichen Treffen, das mit Umzug durch das Dorf, Kranzniederlegung am Ehrenmal, den wettkampfmäßigen Übungen (Schülldorf 2 Sieger knapp hinter Osterrönfeld) und dem abschließenden Festball einen harmonischen Verlauf nahm.