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Schattenseiten der Solarenergie |
19.06.2011 |
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Wenn's brennt, kann die Photovoltaikanlage zur Gefahr für die Feuerwehr werden
Der Ausbau der Solarenergie stellt
die Feuerwehren im Land zunehmend vor Probleme. Steht ein Gebäude
mit Photovoltaikanlage in Flammen, können auf dem Dach Spannungen von
bis zu 1000 Volt anliegen. Solange die Sonne scheint, lassen sich
die Module nicht ausschalten. Feuerwehrleute riskieren im Einsatz
einen Stromschlag. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Schülldorf vor den Toren Rendsburgs betrachten die Feuerwehrleute den massiven Ausbau der Solarenergie in ihrer Region mit gemischten Gefühlen. Fast wöchentlich installieren Bauern und Hausbesitzer neue Photovoltaikanlagen auf ihren Hausdächern. Im Fall eines Feuers stehen die Einsatzkräfte vor Problemen. "Was dort oben los ist, weiß man nicht so genau", sagt Wolfgang Hass, stellvertretender Wehrführer in Schülldorf, und deutet auf das Dach eines Stalls. Erst kürzlich haben die Schülldorfer Feuerwehrleute dort geübt. "Die Module sind in Gruppen zusammengefasst. Dort können bei Sonnenschein bis zu 1000 Volt Spannung anliegen." Sollte über das Dach gelöscht werden, müsse ein Sicherheitsabstand von 5 und 10 Metern eingehalten werden. "Wichtig ist, unsere Kameraden auf die Gefahr hinzuweisen", sagt Hass. "Bei unserer Übung haben wir darüber gesprochen, wie solche Anlagen überhaupt funktionieren."
Mehr bleibt den Feuerwehrleuten im
Land derzeit auch nicht übrig. Bundesweit suchen Tüftler nach einer
Lösung des Problems. Da sich eine Photovoltaikanlage nicht einfach
abschalten lässt, experimentieren Forscher mit Abdeckplanen oder
einem lichtdichten Schaum, um die Sonneneinstrahlung von den Modulen
abzuhalten. "Wer da etwas erfindet, wird sicher schnell reich",
prophezeit Hass. "Eine schwarze Masse, die sich wieder abwischen
lässt, wäre ideal." Parallel dazu arbeitet die Solarbranche an
Modulen, die eine deutlich geringere Spannung abgeben sollen und
somit keine Gefahr mehr darstellen. Von den Eigentümern der Photovoltaikanlagen wünsch sich Wolfgang Hass, dass diese mit der örtlichen Feuerwehr Kontakt aufnehmen. So könnte sich die Wehr einen Überblick darüber verschaffen, wo sich im Haus die zentralen Steuereinheiten der Anlage befinden. "Es wäre sicher sinnvoll, wenn sich die Hausbesitzer mit uns in Verbindung setzen", sagt Hass. Quelle: Kieler Nachrichten vom 26.03.2011
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